Seit
2007 versuche ich mich an humoristischen Gedichten und kleinen
Schüttelreimen, na sagen, wir mal so, mitunter sprudelt
etwas brauchbares aus meinem Kopf. Ich veröffentliche
sie in meinem Blog www.Toonblog.de
- sie sind nicht immer alle so gelunen wie diese hier:
Herr
Goethe im Baumarkt
Wenn
ich durch deine Gänge wandle,
erfreu ich mich an tausend Dingen,
vom Schlagbohrhammer bis zur Zange,
O ihr beseelten Backenzwingen!
Sei
mir gelobt du Scheibenschleifer,
mit dir schaff ich geschwind,
weckst in mir den Heimwerkeifer,
ist dieses Blech gar vollverzinkt?
Kaum
erspäh ich Abtönfarben,
bin ich außer mir vor Glück,
ich will sägen, schleifen, schaben,
Wo find ich denn den Fugenkitt?
Wie
konnten Poeten in früheren Jahren,
nur ohne dich, o Baumarkt, leben?
Was taten sie beim Wasserschaden?
Dichten oder kleben?
Möpse
Was die Muse ist für den Artisten,
sind Möpse für die Cartoonisten.
Meine
männlichen Kollegen,
mussten nur allein deswegen,
zu
einer Mopszucht laufen,
um extra Möpse anzukaufen!
Ich
mach' um Möpse kein Bohei,
ich hab' ja von Natur aus zwei!
Tinseltown
Suse
will nach Tinseltown,
berühmt sein wie Jolie,
ach, Suse, gibt doch auf den Traum,
du bist nicht ansatzweise die.
Suse
wills, so oder so,
übt nachts auf dem WC,
doch morgens im Vertriebsbüro,
schläft se schlummernd vorm PC.
Da
rückt der Boss ihr auf die Pelle:
und weckt die Suse uncharmant,
"Du bist gefeuert auf der Stelle!
Nun spricht se vor, beim Arbeitsamt!
Ich
stand am Grab von Heinrich Heine
Ich
stand am Grab von Heinrich Heine
und dachte bei mir ganz alleine,
am Grab von Bertold Brecht,
wars auch nicht schlecht.
Hans
Zitrone
Hans
Zitrone der Kalifornier,
wohnte bei den Engels ums Eck,
er war ein echten Komiker,
der olle Jeck!
In
Glocken, Bücher, Kerzen,
und Operation verrückter Ball,
beliebte es ihm zu scherzen,
der Hans, der spielte überall.
Ob
Breitweg, ob Stechpalmenholz,
Hans mimte schräg und heiß,
der Franz überreichte ihm ganz stolz,
den goldenen Löwenpreis.
Den
Oscar hielt er dreimal gar,
für sein Lebenswerk sogar persönlich,
Hans Zitrone war ein Star,
auf deutsch klingt er gewöhnlich.
Fernseh'
unser im Zimmer,
geheiligt werde dein Programm,
gibst glorreich uns mit deinem Flimmer,
Unterhaltung gar für Jedermann.
Unsere
tägliche Seife gibt uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wir sind nur kleine Leute,
wir preisen dich du Serienkult!
Oh
hilf uns doch in unsrem Tun,
bei dir im Kasten ist es schön,
gepriesen sei mein Fernsehkonsum,
denn meine Sorgen kannst nur du verstehen.
Ich lobe euch, ihr Medienmacher,
verbreitet nur die reine Lehre,
verdammt sein solln' die Widersacher,
der Quote nur gereicht die Ehre!
Du
Fernseher sorgst auch für die Schwachen,
die Dummen und die Bildungsfernen,
sie willst du kraftvoll mutig machen,
lässt sie selbst bei Neun Live was lernen.
Fernsehen,
zu dir strebt alles hin,
wie wohl und gut ich mit dir lebe!
Umfängst mich, trägst mich, gibst mir Sinn,
mein Fernsehen, meine Seele!
Die
Ballade vom gerissenen Schaf
Es
war einmal ein Schaf,
das hielt sich für gerissen,
da kam ein Wolf und fragte brav:
"Darf ich sie bisschen küssen?"
Da
sah das Schaf ihm ins Gesicht,
und sagte angemessen,
mein lieber Wolf, so geht das nicht,
sie wollen mich nur fressen!
Da
macht der Wolf paar Komplimente,
das Schaf ist sehr verzückt,
und so geschieht's am Ende,
dass der Wolf das Schaf beglückt.
Und
die Moral von diesen Zeilen,
trau' nicht allen Wölfen, aber vielen,
nicht jeder will dich einverleiben,
manche wollen auch nur spielen.
Onkel
Erwins Weihnachtsgedicht
Hoch
vom Himmel komm ich her,
mist, ich weiß den Text nicht mehr,
wie war das noch mit dem Gedicht,
vermaledeit, ich weiß es nicht!
Ein
Weihnachtsstern, der kam drin vor,
und son dummer Engelschor,
und Hirten ham da rum gesessen,
verdammt, ich hab den Text vergessen!
Ruhe!
Ich brauch Konzentration,
und einen Schnaps, dann klappt es schon!
Von hoch von droben kam so was,
ach nee, so macht es keinen Spaß.
Weihnachten,
das Christenfest,
o, dies Gedicht gibt mir den Rest.
Gib mich mal die Pulle her,
dann geht das ganze flüssiger.
Also,
hoch von droben,
also ganz von oben,
kam son Kindchen,
ja, tu ma voll das Pinnchen!
Was
die Pulle ist schon leer?
Dann hol mal fix ne neue her,
denn an die spirituelle Virtuosität,
erkennt man dem Dichter ihm seine Qualität!
So,
nun ganz von Anbeginn,
erst stopft der Gott das Kind da rin,
nee, so war es nicht gewesen,
Ruhe, ich muss noch mal lesen:
Erst
kam der Engel,
dann der Bengel,
dann die Religion,
das war es schon!
Grillen
Ich
habe ein paar Grillen,
genauer gesagt zwei,
denn schläft die eine mal,
hab ich die andere dabei.
Neulich
auf Planet e56
Hast
du das gehört?
Da drüben hat es Puff gemacht!
Oh, da hinten auf halb acht,
hat sich die Erde grad zerstört!
Ach
die, tatsächlich, ja?
Wie schade, ich fand sie sehr schön
vom Pluto rüber anzusehen.
Nun ist sie nicht mehr da, tja!
Pointenschwimmer
Sie
schwimmt zwischen leicht und schwer,
mitunter rudernd hin und her;
mal treibt sie oben,
mal taucht sie unter,
mal krault sie traurig,
mal plantscht sie munter,
im großen Wellenwasserbad.
Weil alles Leichte Tiefgang hat,
geht's der Pointe wie dem Schwimmer,
nass wird sie immer!
Glückspilz
Ist
der Mensch mal traurig,
und nascht in seiner Not,
vom Glückspilz nur ein wenig,
mag er für den Moment recht glücklich sein,
danach bloß ziemlich tot.
Schnutinger
Frust-Verse
Es
war ein mal ein Tupperfurz,
der furzte vor sich hin.
Der tupperte so furzig kurz,
ins Tupperdöschen rin.
Tante
Zitas Zuckerstreuer,
zuckert zerstreute Zitronen,
und wenn er nicht Zitronen streut,
dann sind es oft Maronen!
Peter
Peng pisst aufs Pamphlet,
ein großes gelbes Pfützchen,
der Polizist ruft: Seht nur seht!
und trillt statt pfeift ins Mützchen
Otto
im Lottoglück (frei
nach Ernst Jandl)
Otto
ist im Lottoglück,
er hat sechs Richtige getippt,
nun ist der Otto Millionär,
doch sein Mops trotzt wie bisher.